Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein

Die person-zentrierte Gesprächsführung

wurde von dem amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Carl R. Rogers (1902-1987) aus seiner therapeutischen und pädagogischen Arbeit mit Erwachsenen und Kindern entwickelt. Sie geht von dem Grundgedanken aus, dass jeder Mensch über ausreichend Wachstumspotential und Selbstheilungskräfte verfügt, dass jeder Mensch automatisch nach persönlichem Wachstum strebt. Gesprächstherapie kann so als Unterstützung zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit angesehen werden.

Im Mittelpunkt steht die Person – nicht das Problem. Menschen lernen in Psychotherapie oder Beratung, ihre verborgenen Fähigkeiten zu entwickeln, sie nutzen ihre Fähigkeit zur Reflektion, um eigenständige Lösungen für ihre Probleme zu finden. Aufgabe des Therapeuten ist es, eine vertrauensvolle, weitgehend angstfreie Situation herzustellen, die es dem Klienten ermöglicht, diese Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Die therapeutische Beziehung zum Klienten ist gekennzeichnet durch

  1. Akzeptanz, unbedingte Wertschätzung – frei von Vorurteilen, mit Achtung und Respekt
  2. Empathie, Einfühlungsvermögen – positive Wertschätzung und Mitgefühl; fühlen, was der Klient fühlt
  3. Kongruenz – der Therapeut verhält sich echt und wahrhaftig, aufrichtig, ehrlich und offen gegenüber dem Klienten, ohne Fassade oder Experten-Attitüde

Eine so gestaltete Beziehung ermöglicht es dem Klienten, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Die „Kraft der Beziehung“ (Rogers) hat zentrale Bedeutung. Das Entstehen einer förderlichen Beziehung ist für den Erfolg psychotherapeutischer Arbeit und Beratung entscheidend.

Über das Therapiekonzept hinaus haben die Gedanken und Konzepte von Rogers grundsätzliche Bedeutung für alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Entsprechend fanden seine Ideen und Erkenntnisse Eingang in die beratende und in die pädagogische Arbeit. Der Person-zentrierte Ansatz bildet eine Grundlage für viele psychosozialen Tätigkeitsfelder wie z.B. soziale Arbeit, Erziehung, Seelsorge.

Das Versteck der Weisheit

Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.
Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.
Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: „Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.“
Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.

Quelle unbekannt